KWOON DO

 

 

 

Entstehungsgeschichte

 

Die Kampfkunst Kwoon Do entstand als Synthese der vielfältigen Erfahrungen, die Rainer Franzolet seit 1969 in den verschiedensten Kampfkünsten sammelte. Besonderen Einfluss auf das Kwoon Do hatten die Stile Shaolin-Kempô, Dju-Ssu, Chan-Shaolin-Si und das Shaolin-Kung-Fu, welche Rainer Franzolet in der Shaolin-Gruppe bei Sifu Tze Dschero Khan Chen Tao Tze (geb. 1928 in der Mongolei), mit niederländischem Namen Gerard K. Meijers, erlernte.

 

Aufgrund eigener Ideen zu Technik und Lehrmethodik entwickelte Rainer Franzolet dann mit Unterstützung seines Schülers Volker Frohnhoff Anfang der achtziger Jahre das Kwoon Do, welches eine Weiterentwicklung und Verbesserung der alten Meijers-Stile darstellt. Philosophisch bildet vor allem der Daoismus den wichtigsten geistigen Hintergrund des Kwoon Do, repräsentiert zum Beispiel von Shaolin-Mönch Kwai Chang Caine aus der Serie "Kung Fu", der Lieblingsserie von Shi Zu Franzolet.

 

Kwoon Do enthält als Kampfkunstsystem alle möglichen Kampf- und Selbstverteidigungstechniken. Durch das Training werden die Voraussetzungen für eine persönliche Entwicklung des Einzelnen im Rahmen seiner Möglichkeiten geschaffen. Dadurch passt sich dieses System demjenigen an, der es aufmerksam ausübt. Diese Offenheit und Flexibilität bringt es mit sich, dass Kwoon Do für jeden, unabhängig von Geschlecht und Alter, erlernbar ist. Infolgedessen entwickelt sich das Kwoon Do als Stil auch ständig weiter.

 

 

 

KWOON

 

Das kantonesische Wort Kwoon (Mandarin: Guan, japanisch: Kan) steht für den Ort, an dem man den Weg (Do, Dao) übt. Ein Kwoon ist ein Ort, an dem man Kontakt mit sich selbst aufnehmen kann, wo man seine eigenen Möglichkeiten und Grenzen kennen lernt. Hier lernt man, seine körperlichen, geistigen und seelischen Fähigkeiten zu entwickeln. Wir üben den verantwortungsbewussten Umgang mit uns selbst und unseren Partnern. Konzentration, Ausdauer, Wille, Geduld, Hingabe und Aufmerksamkeit sind nötig, um unsere Kampfkunst auszuüben. Innere Ruhe, Gelassenheit, und Harmonie sind dabei die angestrebten Ziele des Trainings.

 

 

DO

 

Do (chin.: Dao) steht für den Weg im asiatisch-philosophischen Sinne. Das Schriftzeichen besteht aus zwei Bestandteilen. Der linke Bestandteil steht für Bewegung, der rechte bedeutet soviel wie Kopf oder Haupt. Das bedeutet, dass man es hier nicht mit einer Strasse zu tun hat, auf der man mit den Füssen geht, sondern es ist ein geistiger Weg gemeint. Entscheidend dabei ist die Bewegung im Sinne des Fortschreitens. Do ist also ein aktives Konzept. Es fordert, sich ständig weiter zu entwickeln. Der Bewegungsfluss zeigt gleichzeitig die Möglichkeit zur Wandlung an. Aus dem Gehen wird ein Werden.

Das Zeichen Do impliziert, dass man auf dem Weg zu einem bestimmten Ziel ist. Auf dem Weg zu diesem Ziel führt jemand, der diesen Weg schon selbst einmal gegangen ist. Das ist die Aufgabe des Meisters.

 

 

 

KLEIDUNG (GI)

 

Im Kwoon Do trägt man eine schwarze Kampfkunsthose (Erde, Yin) mit weißer Jacke (Himmel, Yang) und dazu den Gürtel je nach Graduierung.

 

 

 

GRADUIERUNGEN

 

Im Kwoon Do gibt es zehn Schülergrade (SG) mit folgenden Gürteln:

 

Anfängergrade:

 

1.SG: weißer Gürtel mit einem roten Streifen

2.SG: weißer Gürtel mit zwei roten Streifen

3.SG: weißer Gürtel mit drei roten Streifen

4.SG: weißer Gürtel mit vier roten Streifen

5.SG: weißer Gürtel mit fünf roten Streifen

 

 

Fortgeschrittenengrade:

 

6.SG: gelber Gürtel

7.SG: orangener Gürtel

8.SG: grüner Gürtel

9.SG: blauer Gürtel

10.SG: brauner Gürtel

 

 

Im Kwoon Do sind die Dan-Grade Meistergrade. Die Kwoon Do Meister tragen Kampfanzüge nach freier Wahl und einen schwarzen Gürtel mit je einem roten Streifen pro Dan-Grad.

 

 

 

PRÜFUNGSORDNUNG

 

Schüler- Gürtel Prinzip   Kata Kraftteil
 grad    Nr. Angriff Abwehr   Anzahl Wdh.
1 weiß mit  1. Faust/Arm Block/Konter Faust, Hand, Arm Schrittdiagramm  5
  1 Streifen   re. oder li. (hoher Stand)    
2 weiß mit 2. Faust/Arm Block/Konter Faust, Hand, Arm Schrittdiagramm 10
  2 Streifen   re. oder li. (tiefer Stand)    
3 weiß mit 3. Fuß/Bein Block/Konter Faust, Hand, Arm Schrittdiagramm 15
  3 Streifen   re. oder li. (tiefer Stand)    
4 weiß mit 4. Faust/Arm Block mit Faust, Hand, Arm, Fuß, Bein Tai Seng 20
  4 Streifen   re. oder li. Konter mit Fuß, Bein re. oder li.    
        (tiefer Stand)    
5 weiß mit 5. Fuß/Bein Block mit Faust, Hand, Arm, Fuß, Bein Kempô 25
  5 Streifen   re. oder li. Konter mit Fuß, Bein re. oder li.    
        (tiefer Stand)    
6 gelb 6. Faust/Arm Block/Konter mit demselben Tai-Chi 1 35
      o. Fuß/Bein Körperteil hintereinander (Shodan)  
      re. oder li. (nach "mit" folgt "gegen")    
7 orange 7. Faust/Arm Doppelblock, Doppelkonter Tai-Chi 2 45
      o. Fuß/Bein (Kontrolle 2er gleichzeitiger (Nidan)  
      re. oder li. Techniken)    
8 grün 8. Faust/Arm Konter mit 3 oder mehr Techniken Tai-Chi 3-5 55
      o. Fuß/Bein gleicher oder verschiedener Art auf (Sandan, Jondan, Godan)  
      re. oder li. dasselbe Ziel (Präzision in Folge)    
9 blau 9. Faust/Arm Kombinationen in logischer Folge Sei-Fat 75
      o. Fuß/Bein (Folgerichtigkeit) 1-5  
      re. oder li.      
10 braun 10. Faust/Arm Da Mang Tao Sen 1-3 100
    o. Fuß/Bein (Konsequenz) Handbewegungen  
    re. oder li.   Tigerkäfig 1-3  
        Shaolin  
        Ging  
        Unendlichkeitskata